Anhörung zur Deutschen Bahn

Nun wieder in Berlin bei einer Anhörung des Verkehrsausschusses zur Zukunft der Deutschen Bahn (Infrastruktur/Unternehmen) zusammen mit meinem Kollegen Torsten Herbst MdB. Die dreistündige Anhörung kann im Plenarfernsehen angeschaut werden. Auf eine Frage von mir zur angespannten Situation bei DB Cargo sagte der Sachverständige, EVG-Chef und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutsche Bahn Konzern Alexander Kirchner, er befürchte, dass es durch Missmanagement auch in der kommenden Zeit zu einem weiteren Abwärtstrend bei DB Cargo kommen werde. Für den Schienengüterverkehr in Deutschland und Europa ist der Zustand der DB Cargo eine Katastrophe. CJ

JUNG: „Die Wirtschaft kann sich in Deutschland nicht auf den Schienentransport bei der Deutschen Bahn verlassen“

2018 waren 39,3 Prozent aller Güterzüge in Deutschland verspätet (keine Unterteilung zwischen DB Cargo und privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen)

2018 konnten 5900 Sonderzugsanfragen bei DB Cargo aus Kapazitätsgründen nicht angenommen werden

Berlin. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung bemängelt seit langem die Pünktlichkeit im Schienengüterverkehr. Aus einer Kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung (Drucksache Deutscher Bundestag 19/9069) geht hervor, dass die Pünktlichkeit im Schienengüterverkehr in den vergangenen zehn Jahren stetig abgenommen hat. Christian Jung sagte dazu am 9. Mai 2019 in Berlin:

Im Mittelrheintal

Die beiden FDP-Bundestagsabgeordneten Carina Konrad und Christian Jung waren am 29. April 2019 gemeinsam unterwegs im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, in Oberwesel und St. Goar an der Loreley, die zum Wahlkreis von Carina Konrad gehören. Bei verschiedenen Treffen mit Vertretern von Bürgerinitiativen und Kommunalpolitikern ging es um den Schienengüterverkehr, Bahnlärm, fehlende Ausweichstrecken, den Zustand der Bahntunnel und der Hänge sowie um die von der FDP-Bundestagsfraktion geforderte Rheinvertiefung. TJ

Geschäftszahlen von DB Cargo sind auch in der Langzeitanalyse besorgniserregend

Berlin/Karlsruhe. Zu aktuellen von der Bundesregierung veröffentlichten Statistikzahlen zur „Wettbewerbsfähigkeit von DB Cargo“ auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten FDP (Drucksache Deutscher Bundestag 19/8396) sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung, Mitglied des Bundestagsausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, am Montag (22.4.2019) in Karlsruhe:

„Ich mache mir immer größere Sorgen um die Wirtschaftlichkeit von DB Cargo. Wenn die Cargo nicht durch andere Bereiche der Deutschen Bahn quersubventioniert werden würde, was nach verschiedenen Vereinbarungen mit der Politik nicht vorgesehen ist, würde es die Gütersparte schon heute nicht mehr geben. Falls es in Kürze noch zu einer Abschreibung bei DB Cargo auf den Unternehmenswert im Milliarden-Bereich käme, wäre das finanzielle Chaos im gesamten DB-Konzern noch größer, als bislang von den Verantwortlichen zugegeben.

Ein wichtiger Indikator für die Krise von DB Cargo ist dabei die aktuelle Mitteilung von DB-Cargo-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Jörg Hensel, dass jeden Tag 80 fahrplanmäßige Güterzüge ausfallen und jede Woche massenweise Aufträge abgelehnt werden. Dies deckt sich mit der Kritik von nationalen und internationalen Spediteuren, die gerne mehr Güter auf die Bahn bringen würden. Wenn die DB Cargo nicht funktioniert, funktioniert infolgedessen als Kettenreaktion auch der europäische Schienengüterverkehr vor allem über die Alpen nicht, was eine absolute logistische Katastrophe ist.

Die großen Probleme bei DB Cargo zeigen ebenso die aktuellen Umsatzzahlen: In den vergangenen 18 Jahren sank der Umsatz von 3,512 Milliarden Euro (Jahr 2000) auf 3,274 Milliarden Euro (Jahr 2018) bei einem Marktanteil der DB Cargo von nur noch 52,2 Prozent im Schienengüterverkehr (Jahr 2017). Dies offenbart nach Mitteilung der Bundesregierung ebenso das Transportvolumen der DB Cargo in Deutschland: Dieses lag im Jahr 2000 noch bei 286,556 Millionen Tonnen und sank auf 186,145 Millionen Tonnen im Jahr 2018.

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JUNG: Keine durchdachten Planungen für das Mittelrheintal beim Schienengüterverkehr erkennbar

Mainz/Koblenz/Berlin. Die Bundesregierung sieht die Kapazität des Schienennetzes im Mittelrheintal als ausreichend an, um einen Anstieg des Zugverkehrs insbesondere für Güterzüge bis 2030 ohne einen Ausbau zu bewältigen. Dies geht aus den Antworten einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag hervor (Drucksache 19/8395). Die Bürger müssen somit mit einer weiteren Zunahme von Zügen und Lärm rechnen. Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Verkehrspolitiker Christian Jung teilt die Einschätzung der Bundesregierung nicht und sagte dazu in Berlin (4.4.2019):