Baden-Württemberg – Intelligenter Ausbau und Optimierung der Schienen-Infrastruktur notwendig

FDP-Bundestagsabgeordneter Christian Jung begrüßt geplanten Ausbau von Bahn-Knotenpunkten / Funktionierende Ausweichstrecken angemahnt 

Berlin/Karlsruhe/Stuttgart. Zur Neubewertung und gesicherten Finanzierung von zahlreichen Bahnprojekten im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie auch für Baden-Württemberg erklärte der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung (Karlsruhe-Land), Berichterstatter der Fraktion der Freien Demokraten für den Bundesverkehrswegeplan (6. November 2018) in Berlin: 

„Die Neubewertung und Finanzierung für den Ausbau von wichtigen bislang nicht realisierten Schienenwegen im gesamten Bundesgebiet ist zu begrüßen. Besonders freut es mich, dass nun auch die Kurve Appenweier (ABS Kehl-Appenweier) in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans nach jahrzehntelangem Kampf aufsteigt. Für die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit und eine Optimierung des Anschlusses an die Rheintalbahn stehen nun verbindlich 79 Millionen Euro zur Verfügung, was für die Region Karlsruhe eine sehr gute Nachricht ist.

Ebenfalls sehr positiv ist, dass das Bundesverkehrsministerium meinen Vorschlag zur Wiederherstellung der Zweigleisigkeit der Strecke Germersheim – Graben-Neudorf vor allem als Ausweichstrecke prüfen will, um den Bahnknoten Mannheim insgesamt zu stärken. Insgesamt sind die Pläne für den Knoten Mannheim mit einem Investitionsvolumen von rund 1,04 Milliarden Euro sehr zu begrüßen, auch wenn viele Lärmschutzfragen noch zu klären sind.

In der Region Karlsruhe sind dagegen viele Detailfragen wie fehlende Überholgleise, Weichen und die Wiederherstellung und der Neubau von Bahnkurven noch unklar. Sehr begrüßenswert sind des Weiteren die Ausbaupläne für die Strecke Stuttgart – Backnang/Schwäbisch Gmünd – Aalen – Nürnberg, für die nun 255 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Für alle Verkehrspolitiker in Deutschland ist klar, dass wir die Schienen-Infrastruktur massiv reparieren, modernisieren und zum Teil auch neu bauen müssen, um mehr Menschen und Güter transportieren zu können. Der Netzzustand ist dabei der Schlüssel zum Erfolg, was die massiven Probleme 2017 bei der Tunnelhavarie in Rastatt und der anschließenden 51-tägigen Sperrung der Rheintalbahn gezeigt haben.

Für einen intelligenten Ausbau der Schieneninfrastruktur brauchen wir aber noch zusätzliche Überhol- und temporäre Abstellgleise für Güterzüge, damit längere Güterzüge bis zu 740 Meter ebenso realisiert werden können. Ich vermisse dabei auch zusätzliche Investitionen und Pläne für mögliche Ausweichstrecken, die es ebenfalls zu ertüchtigen und optimieren gilt. Denn das beste Schienennetz an einem Knoten wie Frankfurt oder Mannheim bringt uns nichts, wenn man nicht sofort Züge auch umleiten kann, was im Falle der für die deutsche Güterlogistik sehr wichtigen Rheintalbahn in dieser Weise bislang nicht möglich ist. Es fehlen in diesem Fall einfach funktionierende Ausweichstrecken über Frankreich und den Großraum Stuttgart.

Alle potenziellen Ausweichstrecken in Deutschland müssten immer mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS ausgerüstet werden, wenn man es mit einer modernen und digitalen Schienen-Infrastruktur ernst meint. Trotz aller positiven Projekte versäumt es die Bundesregierung und die Deutsche Bahn wegen Planungsfehlern gerade bei der Instandsetzung der Schnellfahrstrecken Mannheim-Stuttgart und Göttingen-Würzburg diese gleich auch mit ETCS auszurüsten. Dies hat in der Zukunft bei Verspätungen dann an den Knoten immer sofort auch unnötige Auswirkungen auf Güterzüge.“