JUNG: „Bundesregierung und Deutsche Bahn müssen die Probleme an den Schweißnähten bei den ICE4-Zügen endlich ernst nehmen“

Das Schweißnahtproblem ist ein Qualitätssicherungsproblem. Die Bundesregierung sollte deshalb eine weitere Untersuchung anordnen, um jegliche Bedenken transparent auszuräumen. Zudem zeigt die Anfrage, dass die Deutsche Bahn in ihrer bisherigen Qualitätssicherung neben dem bestehenden ICE4-Fall nicht flexibel genug auf nicht erwartete Ereignisse und Mängel im Beschaffungswesen vorbereitet ist. Denn anstelle eines Austausches der fehlerhaften ICE4 durch Neuausschreibungen mit einer Doppelstock-Variante, wird an dem problembehafteten Material festgehalten, obwohl dadurch gleichzeitig Sicherheits- und Kapazitätsprobleme angegangen werden könnten.

Eine Fahrgastverdopplung von 2018 bis 2030 erfordert ein jährliches Wachstum von 6 Prozent, wenn das gleichmäßig verteilt wird. Das ist mit einstöckigen Zügen im Fernverkehr nicht mehr zu schaffen. Die Deutsche Bahn verabschiedet sich somit durch ihr Beschaffungswesen von ihren Zielen im neuesten ‚Konzept‘ von Vorstandsvorsitzenden Dr. Richard Lutz – ohne es offenbar selbst zu bemerken.“