Besuch bei der BASF

“Lahmende Infrastrukturplanung darf Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nicht gefährden”

FDP-Bundestagsabgeordneter Christian Jung besuchte BASF in Ludwigshafen / Neues Container-Tanklager und Güterbahnhof auf dem Besuchsprogramm

Ludwigshafen (TJ). Begeistert zeigte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung von den Innovationen, mit denen die BASF am Heimatstandort Ludwigshafen gerade ihre Logistikprozesse fortentwickelt und damit weltweit mit offenen Patenten im Containerbau Pionierarbeit leistet. „Mit fahrerlosen Transportfahrzeugen, die mithilfe der 5G-Technologie zeitnah autonom fahren werden, gehört BASF zu den Pionieren und vereinfacht Abläufe in der Produktion“, sagte der liberale Verkehrspolitiker nach Besichtigung eines der „AGVs“ (Automatically Guided Vehicle) des Unternehmens. Mit den batterie-elektrischen AGV-Transportern könnte man in Zukunft rund um neu gebaute und optimierte Container-Hubs auf zusätzliche Bahn-Gleisanschlüsse verzichten und trotzdem massiv Schienengüter-Kapazitäten auch im Einzelwagenverkehr ausbauen. Jung war Mitte Juli 2019 in dem zehn Quadratkilometer großen BASF-Werk zu Gast, um Herausforderungen der Infrastrukturpolitik mit Unternehmensvertretern zu erörtern.

Dabei betonte die Standortleitung den klimafreundlichen Transportmix, mit dem das Ludwigshafener Chemie-Traditionsunternehmen seinen Lieferverkehr bestreite. Ein Großteil der Rohstoffe und Erzeugnisse werde mit Hilfe von Bahn und Schiff befördert, wozu ein modernes Tankcontainerlager auf dem Gelände beiträgt. „Die BASF ist dabei auf eine funktionierende Infrastruktur entlang des Rheins und die von der FDP geforderte Rheinvertiefung von Karlsruhe über Mannheim/Ludwigshafen bis zur niederländischen Grenze angewiesen“, stellte Christian Jung heraus. „Und wieder erleben wir, dass viel zu langsame Planungsprozesse die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen gefährden. Um die Lieferkapazitäten auf der Schiene ausdehnen zu können, benötigt die BASF schleunigst und nicht erst 2027 wie von der Bundesregierung geplant die Studernheimer Bahnkurve, damit Züge aus dem Norden, besonders aus den Niederlanden, Belgien und Nordrhein-Westfalen direkt in den BASF-Güterbahnhof einfahren können, ohne in Ludwigshafen-Oggersheim wenden zu müssen”, sagte Jung, der Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur ist. Diese überschaubare Bahnkurven-Planung müsse mit allem Nachdruck vorangetrieben werden. Außerdem könne die geforderte Rheinvertiefung unzählige LKW von den Straßen holen.