Hyperloop – Die Mobilitätslösung für übermorgen?

Gastbeitrag von Christian Jung im Privatbahn-Magazin (Ausgabe 4/2019, Juli/August)

Wenn es nach den Visionären des Hochgeschwindigkeitstransportsystems Hyperloop geht, könnten wir in naher Zukunft in 40 Minuten von Berlin nach München reisen oder in 140 Minuten eine Rundreise durch Deutschland absolvieren. In Vakuum-Röhren sollen Transportkapseln eine Geschwindigkeit von bis zu 1000 Kilometer pro Stunde erreichen. Betrieben mit Solarenergie, welche direkt über der Transportröhre erzeugt wird. Die Kosten pro Fahrt sollen nach Planung nicht höher als eine Fahrt mit dem Auto oder Zug sein, am besten sogar kostenlos für den Reisenden. Das klingt auf den ersten Blick großartig. Doch wie weit ist Deutschland vom Start des Hyperloops entfernt?

Die von Elon Musk erdachte Hyperloop-Technologie ist Open Source basiert. Das heißt, jeder kann sich an der Entwicklung beteiligen. So konnte die Technologie in den vergangenen Jahren große Entwicklungssprünge vollziehen. Das WARR-Hyperloop-Team der Technischen Universität München hält seit drei Jahren mit aktuell 467 km/h den Geschwindigkeitsrekord der Transportkapseln. Der Hamburger Hafen verfolgt zudem Pläne, in absehbarer Zeit eine Hyperloop-Teststrecke für den Gütertransport zu bauen, um schneller aus dem Hafengebiet zu einem Verladehub transportieren zu können.

Die Zukunft des Hyperloops sehe ich in der Logistikbranche. Wenn man bedenkt, wie lange die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen in Deutschland benötigt, dann scheint es unwahrscheinlich, dass wir ein neues Personentransportsystem durch die gesamte Republik bauen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass kurze Warentransport-Strecken zu Verteilerstationen entstehen und so zu einer Verkehrsentlastung beitragen können.

Bislang stehen keine Bundesfördermittel bereit, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf meine schriftliche Frage (Bundestagsdrucksache 19/10040) hervorgeht. Doch die Politik muss frühzeitig positive Rahmenbedingungen schaffen, um das Potential für die Mobilität der Zukunft zu nutzen.